Geisterhäuser in Thailand

Vor jedem Haus in Thailand stehen auf einer Art Ständer noch mal kleine Häuser. Manchmal eines, manchmal mehrere. Es sind Häuser, die so groß sind, wie eine Mikrowelle, manchmal auch größer. Sie sind farbenprächtig angemalt und haben einen “Vorgarten”, der reich geschmückt ist, mit frischen Blumen, mit Räucherstäbchen, es stehen da Gläser mit Wasser oder auch Limonade, es gibt frisches Obst, manchmal Reis oder auch andere Gerichte. Ich habe eine ältere Frau in Chiang Mai gefragt, was genau es mit diesem Brauch auf sich hat. In ihrem Garten standen zwei Häuser. Eines Morgens kam ich vorbei und die ganze Familie stand davor, zündete Räucherstäbchen an, sorgte für frische, kunstvoll geflochtene Blumenkränze. Sie falteten die Hände und hielten inne. Sie verneigten sich. Respektvoll näherte ich mich als sie fertig waren und ich fragte vorsichtig, ob sie mir verriete, was es damit auf sich habe. Die ältere Frau erklärte mir, dass die Häuser dazu dienen, die Lebewesen oder Geister zu ehren, die vorher auf diesem Platz gewohnt haben. Ihre Geister mögen den neuen Eigentümern gnädig sein und sie beschützen. Damit sie ein Zuhause haben und die Möglichkeit, ausgeschlossen wird, dass die Geister im großen Haus umher irren und damit auch bei den heutigen Bewohnern für Verwirrung sorgen, gibt es diese Geisterhäuser. Die Geister wohnen da und werden selbstverständlich von den jetzigen Bewohnern versorgt und umsorgt. Die Geister werden gnädig gestimmt. Wird in Thailand Haus oder Geschäft erweitert, kommt ein neues Geisterhaus hinzu. Ich habe lange über diese Tradition nachgedacht und finde sie großartig. Es ist wieder das einfache Prinzip vom Respekt, von Dankbarkeit, vom Geben und vom Glauben und vom Tun, das für mich einfach immer funktioniert. Über alle kulturellen Grenzen hinweg! Mag sein, dass das Holzkreuz, das z.B. in Deutschland in vielen Häusern zu finden ist oder auch das über der Tür befestigte Hufeisen, der Mistelzweig oder was auch immer, für jeden etwas ganz anderes darstellt, aber für mich sind es alles Ausprägungen dergleichen Angelegenheit. Diese Dinge sind unser Transportmittel zu den spirituellen Geschehnissen, die wir nicht immer erklären können und sie sind Ausdruck unserer Sehnsucht nach Glück.

Meine fünf Rituale, um dem Glück die Tür zu öffnen:

1. Dankbarkeit. Jeden Morgen, jeden Abend schreib ich auf, wofür ich dankbar bin. Das sind oft kleine Dinge. Was Verrücktes. Dass mein Herz schlägt. Dass mein Bett so herrlich weich ist. Dass meine Schutzengel um mich herum sind. Dass ich beschützt und geliebt bin vom Universum, von Jesus. Das gute Essen. Ein Gebet. Ein gutes Gespräch. Meine Familie. Mein Team.

2. Respekt. Respekt ist für mich, zu vermeiden, anderen Böses zu tun. Es gelingt mir nicht immer, aber es wird besser. Denn je bewusster ich meiner Gedanken, Worte und Handlungen werde, umso seltener falle ich aus dem Respekt-Rahmen heraus. Niemand ist morgens aufgestanden mit dem Ziel, mich zu ärgern. Das macht für mich Sinn.

3. Balance. Das Leben ist Balance. Ich balanciere zwischen der Fürsorge für mich, meine Lieben einschließlich Team und Kunden. Zwischen meinem Interesse und denen anderer. Zwischen der Fürsorge für meinen Körper, für meinen Geist und meiner Seele. Meiner Ordnung und meiner Flexibilität. Meiner Entdeckungsfreude und dem Ankommen. Weil ich weiß, dass es eine Art Dauerbalance ist, weiß ich auch, dass das Pegel mal nach der einen und mal nach der anderen Richtung ausschlägt und ich immer mal wieder das Gewicht in die andere Richtung verlagern muss, um wieder in Balance zu kommen.

4. Selbstverantwortung. Ich bestimme, wie es mir geht! Ich alleine! Ich bin zu 1000 % selbst verantwortlich für mein Leben. Das bedeutet, ich kann ENTSCHEIDEN, ob es mir gut oder schlecht geht heute, morgen, übermorgen. Ich kann auch entscheiden, ob ich eine Sache tue oder eben nicht. Ob ich an einer Sache festhalte oder sie lasse.

5. Tun. Wünschen und Visualisieren hilft. Also mir vorzustellen, wie dieses oder jenes ablaufen wird, wie ich halbtagspilgernd meine Kunden (und mich) glücklich mache. Aber das geht nur, wenn ich auch TUE. Wenn ich es mache! Gott, Buddha, dem Universum, dem Leben vertrauen UND was dafür tun. Kein Kunde dieser Welt wird zu mir kommen, wenn er nicht eine vernünftige Leistung dafür bekommt und einen Nutzen davon hat. Kein Mensch wird diesen Blog lesen, wenn er nicht sinnvollen Inhalt darin findet.

Achja, und Happy Valentinstag:)))